Gold als Geldanlage: Chancen und Risiken

Die einen sagen, Gold ist eine riskante und spekulative Geldanlage, weil die Preise extremen Schwankungen unterworfen sind. Die anderen sagen, eine Investition in Gold ist wie ein sicherer Hafen in schweren Zeiten. Denn Gold wurde auch in Systemkrisen immer weiter gehandelt und verlor dabei nie seinen gesamten Wert. Wir klären Sie im folgenden Beitrag darüber auf, wie Sie Gold erfolgreich als Geldanlage nutzen und welche Risiken Sie dabei kennen müssen.

In welcher Form kann man Gold als Geldanlage nutzen?

Gold gilt als krisensichere Anlage. Zum einen ist das der Fall, da Gold das eigene Anlagen-Portfolio ergänzen und resistenter gegen Schwankungen der Finanzmärkte machen kann. Zum anderen kann Gold als eine Art Notwährung gesehen werden, da es im Gegensatz zu Geld auch in Krisenzeiten seinen Wert nicht vollkommen verliert. In welchen Formen Anlegerinnen und Anleger in Gold investieren können, machen wir nachfolgend deutlich.

2 Goldbarren auf Börsenkursen
AdobeStock / peterschreiber.media

Physisches Anlagegold

Die offensichtlichste Form, Gold als Geldanlage zu nutzen, sind physische Gegenstände wie Goldmünzen und Goldbarren, aber auch Goldschmuck oder Zahngold. Während bei Schmuck- und Zahngold der genaue Feingoldgehalt mit einem Präzisionsmessgerät ermittelt werden muss, gibt es hierfür bei Barren feste Werte. Diese bemessen sich am Gewicht des Gegenstands und liegen preislich tendenziell unter dem, was man für dieselbe Einheit an Münzen erhalten würde. Bei Goldmünzen gibt es standardisierte Anlage- und Sammlermünzen, deren Preis weit über dem Materialwert liegt. Eine der beliebtesten und bekanntesten Anlagemünzen ist der südafrikanische Krügerrand. 

Goldzertifikate

Goldzertifikate bilden die Entwicklung des Goldpreises nach. Rechtlich werden sie Schuldverschreibungen gesehen. Die Wertpapiere werden von sogenannten Emittenten, also Unternehmen wie beispielsweise Gold-Investments oder die Geschäftsbank HSBC, ausgegeben. Durch die Investition in ein solches Wertpapier werden Sie nicht zur Eigentümerin oder zum Eigentümer von Gold. Sie befinden sich in der Rolle eines Gläubigers und überlassen dem Emittenten durch den Kauf des Goldzertifikats Ihr Geld. Wird der Emittent insolvent, droht auch Ihnen als Anlegerin oder Anleger der Verlust des Geldes.

Exchange Traded Commodities (ETCs)

ETCs sind börsengehandelte Rohstoffe, die das Investieren in einzelne Edelmetalle ermöglichen. Sie verbriefen eine bestimmte Menge Gold und sind rechtlich, ebenso wie Goldzertifikate, als Schuldverschreibungen anzusehen. Dementsprechend besteht hier ebenfalls das Risiko einer Insolvenz der Anlegerin oder des Anlegers.

Goldaktien

Angestoßen durch die anhaltende Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank, denken viele Anlegerinnen und Anleger darüber nach, in Goldaktien zu investieren. Diese ermöglichen ein indirektes Investment, da Sie Ihr Geld in Aktien von (meist) Bergbauunternehmen investieren, die das Rohstoffvorkommen des Edelmetalls explorieren und fördern. Allerdings sollten Sie als Anlegerin oder Anleger bedenken, dass sich Goldminen meist in Entwicklungsländern befinden und unter schlechten Arbeitsbedingungen betrieben werden. Daher sollten Sie sich vorab gründlich informieren, wo sich die Goldminen befinden, bei deren Bauunternehmen Sie Ihr Geld anlegen möchten. 

Die Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile

  • Physisches Gold erliegt auch in Krisenzeiten keinem kompletten Wertverlust.
  • Viele Goldanlagen können zu jedem Zeitpunkt veräußert werden.
  • Nach einem Jahr ist bei physischem Gold eine steuerfreie Veräußerung möglich.

Nachteile

  • Der Goldpreis ist heftigen Schwankungen unterworfen. 
  • Bei nicht-physischem Gold besteht das Risiko einer Insolvenz für Anlegerinnen und Anleger.
  • Viele Goldanlagen sind spekulativ und erwirtschaften keine Zinsen oder Dividenden.

Unser Empfehlung: Machen Sie Ihr Gold zu Geld

Alles in allem ist Gold aufgrund der massiven Preisschwankungen keine sichere Geldanlage. Dennoch kann das Edelmetall als Ergänzung in einem Anlagemix das Gesamtrisiko senken, doch Sie sollten nicht mehr als 5 oder 10 Prozent Ihres Vermögens investieren. Unser Tipp: Gold oder Altgold verkaufen – und zwar zum richtigen Zeitpunkt! Nutzen Sie gerne unseren Goldrechner, um eine erste Einschätzung zu erhalten.